Bookworm and occasional writer. Interior decorator. Joint degrees in Business Studies and Economics. Wants to work in Renewable Energies or E-Mobility --> looking for job!
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The reason you see a tree instead of my face at the picture? a) I´m a Treant. b) I don´t like being on photos. Chose your fave! ;o)
"Die Parteipolitische Frage ist zweitrangig. Die Sachfragen stehen im Vordergrund und die Bürger messen uns an den erreichten Ergebnissen.“ (Jürgen Kästner)
Das Wahlergebnis der Freien Wähler in den sächsischen Gemeinden ist beeindruckend: Hier sind die Parteilosen auf Anhieb zweitstärkste Kraft hinter der CDU 32,7 %) geworden und hat mit 24,4 % exakt soviele Stimmen bekommen wie eine „Ampel“ aus SPD (10,9 %), FDP (8,3 %) und den Grünen (5,1 %).
Freie Wähler gibt es schon lange, aber diese Wahl scheint mir trotzdem etwas besonderes zu sein. Ich denke, dass sie eng mit dem Phänomen „Politikverdrossenheit“ zusammenhängen, aber im Gegensatz zu dem, was sich an den rechten und linken Rändern tummelt, sind die Freien Wähler nicht von Protestwählern im klassischen Sinne groß geworden. Vielleicht hat der Eine oder Andere „FW“ gewählt, weil er von den parteigebundenen „Volksvertretern“ die Nase voll hat, aber wieder(!)gewählt werden sie oft, weil sie gezeigt haben, dass sie tatsächlich die bessere Alternative sind.
Zugegeben, die sächsische NPD hat die Zahl ihrer Sitze verdreifachen können. Ich interpretiere das ebenfalls als Ausdruck von Politikverdrossenheit. Aber im Gegensatz zu den Freien Wählern glaube ich nicht, dass die ganz Rechten (oder die ganz Linken) auch in Zukunft nachhaltig gute Wahlergebnisse haben werden. Ich vermute, dass ihre Wählerbasis Stück für Stück bröckeln wird und sich ebenfalls Richtung „FW“ bewegen wird. Warum?
Weil Freie Wähler nicht auftreten, um „Schnauze voll!“ zu rufen, sondern um konkrete Probleme zu lösen. Die meisten dieser Gruppen haben ein oder mehrere ganz spezifische Sachthemen, die sie in den Mittelpunkt stellen und wo sie etwas erreichen wollen. Die Menschen bemerken dann recht schnell, ob die gewählten FW’s tatsächlich „Macher“ sind oder nicht – und eine Wahlperiode später wird dann ganz pragmatisch ausgesiebt. Die Guten werden wiedergewählt, die Schlechten treten entweder gar nicht wieder an oder fliegen raus.
Eine der interessantesten Fragen ist, wie Freie Wähler mit Problemen umgehen, die außerhalb ihres Interessengebietes (und damit Wahlprogramms) liegen: Versagt eine Wählervereinigung, die vorrangig Spielplätze, Kitas und Schulen modernisieren möchte, genauso (oder schlimmer) als die parteigebundenen Abgeordneten, wenn es z.B. um Steuerfragen oer Umweltauflagen geht? Gut möglich, aber zumindest sind Freie Wähler nicht durch parteipolitische Ränkespiele gebunden und können sich den auf kommunaler Ebene dringend benötigten Pragmatismus leisten, der notwendig ist, um Probleme effizient zu lösen.
Meine Vermutung: Die Wähler werden das honorieren und die FW’s werden in Zukunft weiter wachsen. Was vielerorts „auf dem Dorf“ beginnt, wird sich nach und nach auch in den Städten bemerkbar machen. Gut so! Vielleicht sehen wir hier den Beginn einer neuen Politik-Ära: Pragmatische Lösungen statt Parteipolitischer Querelen. Wenn das auf kommunaler Ebene funktioniert, dann sicher auch weiter oben.
Denn letztlich gilt auch hier der kluge Satz von Buckminster Fuller:„You never change things by fighting the existing reality. To change something, build a new model that makes the existing model obsolete“ (siehe Postings vom22.07.2008 und 19.07.2008). Es setzt sich langfristig eben das durch, was besser funktioniert. Und da man mit Protest allein keine Probleme löst, sehe ich langfristig auch eher weniger die Gefahr, dass die rechten und/oder linken Ränder nachhaltigen Zulauf bekommen - es sei denn, sie lernen vom Erfolg der Parteilosen und eignen sich eine ähnliche Problemlösungskompetenz an.
Natürlich sind Freie Wähler keine Heiligen. Auch hier gibt es, wie überall, Probleme. Aber wie es aussieht, funktionieren die Selbstheilungskräfte bei ihnen besser als in den alten Parteien, deren „Parteifilz“ bisher jeder Reform widerstanden hat. Ein Beispiel dafür ist der Ausschluss von ehemaligen Schill-Parteimitgliedern (siehe hier: „Nachgehakt: Freie Wähler ziehen Konsequenzen“: report MÜNCHEN, Sendung vom 20.04.09 http://ardmediathek.de/ard/servlet/content/2224418 )
Wer weiß? Vielleicht sind Parteipolitiker in ein paar Jahren auch in Bundestag und –rat in der Minderheit? Umgeben von Fachleuten, die sich nicht nur auf ihrem jeweiligen Gebiet auskennen, sondern auch noch flexibel, weil ungehindert von parteipolitischen Einschränkungen, handeln können. „Macher“ eben.
Mehr Artikel zu den Freien Wählern in der ARD Mediathek: http://ardmediathek.de/ard/servlet/content/2572?tagId=9546
Den folgenden Text habe ich für diverse Gruppen des Internetportals XING geschrieben mit der Bitte an die Leser, ihn Bekannten zu empfehlen, die sich für das Thema interessieren könnten. Da aber nun nicht jeder potenziell Interessierte dort Mitglied ist und auf diese Gruppen zugreifen kann, veröffentliche ich den Artikel zusätzlich noch einmal hier. Damit sind auch die Verweise auf XING erklärt, die in einem Blog-Posting deplatziert wirken.
Vorwort, oder: Ein paar Worte über mich
Ich habe 2008 mein VWL-Studium mit einer Diplomarbeit abgeschlossen, deren Thema für diese Gruppe interessant ist. Daher möchte ich den Inhalt im Folgenden kurz umreißen. Sie werden diesem Text vermutlich in anderen Foren wieder begegnen. Es gibt eine ganze Reihe von Gruppen, in denen „Elektroautos und Strompreise“ gut aufgehoben sind: prinzipiell alles, was sich mit erneuerbaren Energien, Energiewandel, Verkehrsfragen und ähnlich gelagerten Themen beschäftigt. Solange mir niemand sagt, dass es gegen die „guten Sitten“ von XING verstößt, möchte ich den Artikel so weit wie möglich streuen. Ich hoffe, dass mich diese Strategie nicht zum Spammer macht. Falls doch, bitte ich um Ihr Feedback.
Worum geht es?
Elektroautos sind in aller Munde. Gegenüber den herkömmlichen Benzin- und Dieselschluckern haben sie eine ganze Reihe von Vorteilen: Sie sind zum Beispiel energieeffizienter und damit umweltfreundlicher, wartungsärmer und nicht zuletzt leiser. Manchmal so leise, dass die Tüftler darüber nachdenken, sie mit Lautsprechern auszustatten, die ein künstliches Motorengeräusch von sich geben. Nicht wegen des „satten Sounds“, sondern um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen.
Als größter Nachteil stellt sich derzeit die im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotor geringere Reichweite dar. Das ist hauptsächlich der Batterie (genau genommen: dem Akku) geschuldet. Elektroautos stellen nunmal Anforderungen an den Energiespeicher, die sich von Laptops, Handys und MP3-Playern deutlich unterscheiden. Doch in diesem Bereich wird intensiv geforscht, sodass man getrost davon ausgehen kann, dass dieses Problem in Kürze gelöst und in Bälde in praxistaugliche und bezahlbare Anwendungen umgesetzt werden wird.
Im Vordergrund dieses Artikels soll aber weder der Geräuschpegel noch der Energiespeicher stehen, auch nicht der wegfallende Ölwechsel, sondern ein Aspekt der notwendigen Infrastruktur, ohne die Elektroautos nicht leben – Verzeihung – fahren können: Die Versorgung mit Elektroenergie. Genauer gesagt: die Strompreise.
Hinter dem etwas abstrakt klingenden Titel „Auswirkungen ‚flexibler Verbraucher’ auf tagesabhängige Preise von Elektroenergie“ verbirgt sich eine auf den ersten Blick einfache Frage: Was kann mit den Strompreisen passieren, wenn sich Elektroautos im großen Maßstab durchsetzen? Daraus können dann auch Antworten auf eine ganze Reihe weiterführender Fragen abgeleitet werden:
Was geschieht in einer mittelgroßen Stadt, wenn die Bewohner beschließen, im großen Stil „auf elektrisch“ umzustellen? Welche Herausforderungen kommen dann auf Energieversorgungsunternehmen (EVU) zu? Wie viel zusätzliche Stromnachfrage generieren Elektroautos – und ist die heutige Verteilungsinfrastruktur überhaupt in der Lage, diesen Bedarf zu decken? Kann man das Ladeverhalten der Besitzer zeitlich beeinflussen (z. B. mit maßgeschneiderten Stromtarifen) und damit im Sinne des EVU optimieren? Lassen sich diese neuen Kunden „überreden“, ihre Elektroautos (die im Folgenden mit „EV“ für „Electrical Vehicle“ abgekürzt werden) überwiegend in Phasen der Lasttäler, d. h. in den Nebenzeiten zu laden?
In dieser Studie wird angenommen, dass die letzten beiden Fragen mit „Ja“ beantwortet werden können: Eine der Modellannahmen ist daher, dass EVs ausschließlich während der Lasttalphasen aufgeladen werden. Natürlich ist das NICHT realistisch; in der Praxis wird ein Teil der EVs immer auch zu anderen Zeiten „am Netz hängen“. Aber darum geht es auch gar nicht. Ziel ist es vielmehr, das erreichbare Potenzial aufzuzeigen: Was ist maximal drin, wenn…?
Die Studie berücksichtigt dabei mehrere Szenarien mit unterschiedlichen Marktanteilen: Ausgangspunkt ist der aktuelle Stand ohne EVs. Anschließend werden Szenarien untersucht, in denen EVs 10%, 30%, 50% und schließlich 100% der Pkw-Fahrzeugflotte ausmachen. Dabei ist klar, dass eine vollständige Umstellung auf Elektroautos Jahre bis Jahrzehnte dauern wird. Es geht, wie gesagt, um das maximal mögliche Potenzial.
Nicht alle der oben gestellten Fragen können erschöpfend beantwortet werden, da sich die Arbeit wie im Titel angekündigt auf die Strompreise konzentriert. Die Antworten lassen sich danach aber zumindest in ihrer Tendenz abschätzen. Weitere Studien sind daher auf jeden Fall notwendig.
Apropos weitere Studien
Noch ein paar Worte speziell an Studenten, die auf der Suche nach einem spannenden Thema für ihre Abschlussarbeit sind: Hier sind welche, und zwar massenhaft! Wer keine theorielastige Literaturarbeit schreiben, sondern Fragen beantworten will, die unmittelbaren Praxisbezug haben, wird rund um das Elektroauto auf jeden Fall fündig werden. Und das gilt nicht nur für Ingenieure, sondern betrifft genauso Betriebs- und Volkswirte, Soziologen, Stadtplaner, Informatiker etc.
Ich habe nach einem Thema für eine volkswirtschaftliche Diplomarbeit gesucht, in der es nicht um Keynes, Krugman und Co. geht (selbst wenn es auch hier durchaus spannende Fragestellungen gibt). Während der BWL-Abschlussarbeit über Marktpotenziale der oberflächennahen Geothermie ist mir bewusst geworden, dass ich für die VWL-Arbeit ebenfalls eine praxisrelevante Frage untersuchen will, die auch wieder etwas mit Energie und Nachhaltigkeit zu tun haben soll. Mir war klar, dass ich damit im Kernbereich der Volkswirtschaftslehre nicht fündig werden würde. Also hatte ich mich, inspiriert von Ideen, die sich während der Internetrecherche der BWL-Arbeit angesammelt hatten, an meiner Uni umgesehen. Da Chemnitz eine Technische Universität ist, mangelt es hier nicht an Lehrstühlen, die in Frage kamen. Gelandet bin ich schließlich bei der Professur für Energie- und Hochspannungstechnik, wo ich der erste Volkswirt war, der hier seine Diplomarbeit schrieb. Ich habe es nicht bereut. Immerhin kenne ich jetzt z. B. den Unterschied zwischen Grund- und Spitzenlast – für einen Volkswirt nicht unbedingt selbstverständlich.
Was ich damit sagen will: Seht euch an euer Uni um und schaut dabei über den Tellerrand eures Studiengangs hinaus – es lohnt sich.
Ergebnisse & Ausblick(e)
Eine ausführlichere Zusammenfassung (10 Seiten) steht hier (click) als pdf bereit. Wem das zu lang ist, für den habe ich im Folgenden die wichtigsten Ergebnisse und einige Ausblicke zusammengefasst.
Elektroautos bewirken einen Anstieg der Stromnachfrage. Diese Aussage allein ist trivial. Interessanter – und eine der Fragen, die in der Arbeit beantwortet werden konnten – ist das Ausmaß des Anstiegs. Ergebnis: Je nach Marktanteil der Elektroautos an der gesamten Pkw-Flotte wird zwischen ca. 2% und 16% mehr Elektroenergie benötigt:
Bei steigender Nachfrage denken die meisten Ökonomen reflexartig an höhere Preise. Doch trotz höherer Stromnachfrage durch Elektroautos könn(t)en die Strompreise* gesenkt werden. Grund dafür ist die bessere Auslastung des Stromnetzes, da mehr (preiswertere) Grundlast benötigt wird und dadurch der Anteil der (teureren) Spitzenlast sinkt.
* Genau genommen können die StromKOSTEN sinken. Ob ein EVU das über Preissenkungen an seine Kunden weitergeben wird, ist eine andere Frage.
Eine kurze Erklärung zur Berechnung der Preise: Die prozentualen Anteile am Gesamtpreis von „Steuern und Abgaben“ sowie „Bereitstellung, Messung und Abrechnung“ wurden konstant gehalten. Im Kostenbestandteil „Erzeugung, Bezug und Vertrieb“ (und hier speziell bei der Erzeugung) kommt die erwähnte Lastverschiebung zum Tragen. Das Netzentgelt wurde von der Netzgesellschaft Chemnitz auf Grundlage der von mir ermittelten Daten neu berechnet. Hier noch einmal vielen Dank für die freundliche Unterstützung!
Eines der überraschendsten Ergebnisse der Arbeit war das Ausmaß dieser Lastverschiebung: Im Maximalszenario, d. h. bei einer vollständigen Umstellung auf Elektroautos, sinkt die Nachfrage nach Spitzenlast um 86%, während sich der Grundlastanteil mit plus 90% fast verdoppelt.
Diese Entwicklung hat erhebliche Auswirkungen auf den deutschen Kraftwerkspark: Grundlast wird heute hauptsächlich von Kohle- und Atomkraftwerken bereitgestellt, die stets nahe am Betriebsoptimum arbeiten sollten, um möglichst effizient zu laufen. Spitzenlast kommt aus flexiblen, d. h. regelbaren Kraftwerken wie Pumpspeicher- und Gaskraftwerken, die bei Bedarf schnell hoch- und wieder heruntergefahren werden können. Kohle und Atomkraft sollen in den kommenden Jahren zurückgefahren werden – auch wenn gerade die von ihnen bereitgestellte Grundlast verstärkt nachgefragt werden wird.
Windkraft und Photovoltaik liefern keinen bedarfsgerechten Strom, d. h. ihr Output richtet sich nach Windstärke und Sonneneinstrahlung, nicht aber nach der tatsächlichen Nachfrage. Damit sind sie nicht grundlastfähig. Geothermiekraftwerke könnten diese Nachfragelücke schließen. Das tiefengeothermische Potenzial ist nach menschlichem Ermessen unerschöpflich. Die erforderliche Technologie steckt zwar nicht mehr in den Kinderschuhen, ist aber immer noch nicht ganz marktreif. In Deutschland wird derzeit an zahlreichen Erdwärmeprojekten gearbeitet, was einen schnellen technischen Fortschritt erwarten lässt.
Ein paar Worte noch zur grundlegenden Modellannahme der Arbeit: Es wurde davon ausgegangen, dass alle Elektroautos ausschließlich in den Lasttälern geladen werden. Dabei war von Beginn an klar, dass diese Annahme realitätsfern ist. (Wir Ökonomen nennen so etwas „Abstraktion von der Realität“. Das bedeutet dasselbe, klingt aber besser.) Jede anders lautende Vermutung über die Steuerbarkeit des Verhaltens der EV-Besitzer wäre eine willkürliche Entscheidung gewesen, genauso gut oder schlecht begründbar. Fest steht: In der Realität wird nur ein Teil der Elektroautos ausschließlich zu Nebenzeiten geladen werden. Gerade während der Arbeitszeiten bietet es sich an, den Akku wieder zu füllen – was aber gerade mit der so genannten Koch- oder Mittagsspitze zusammenfällt.
Daraus ergibt sich ein weiteres interessantes Thema für eine Abschlussarbeit: Wie gut und mit welchen Mitteln lässt sich das Verhalten von EV-Besitzern beeinflussen? Hier könnten sich Psychologen, Soziologen oder Marketingspezialisten austoben.
Fazit, oder: Noch ein paar Worte über mich
Warum mache ich mir die Mühe, das alles noch einmal hier „aufzuwärmen“? Schließlich ist die Arbeit fertig, abgegeben, bewertet und damit abgehakt.
Aus zwei Gründen: Weil ich zum einen möchte, dass die Ergebnisse auch in irgendeiner Form verwertet werden und nicht im Uni-Archiv verstauben und vergessen werden. Wem der Praxisbezug wichtig ist, der muss auch mit der Praxis in Berührung kommen. XING ist dafür ein idealer Ort, weil hier tausende Menschen aus ebendieser Praxis aufeinander treffen.
Der zweite Grund: Ich bin derzeit auf Stellensuche und sehe diesen Artikel als eine Möglichkeit, mich bei mehr potenziellen Arbeitgebern vorzustellen, als ich es mit Initiativbewerbungen je könnte. Wenn Ihnen also noch ein Kaufmann und/oder Volkswirt mit einer Neigung zu erneuerbaren Energien, Nachhaltigkeit und dem generellen Drang zum Weltverbessern fehlt: Hier bin ich! Mehr über mich können Sie in meinem Profil herausfinden, demnächst auf meiner „Über Mich“-Seite sowie in meinem Blog (also hier). Und natürlich im Gespräch, ob nun modern per XING-Message, E-Mail oder ganz klassisch – neudeutsch: face-to-face, in real life.
Daher würde ich mich freuen, wenn sich meine Arbeit herumsprechen würde. Sollten Sie also jemanden kennen, für den das Thema relevant sein könnte, verweisen Sie bitte auf diesen Beitrag.
Hier die angekündigte Kurzfassung der Diplomarbeit. Die Betonung liegt auf "kurz" (1 Seite). Wenn sich das Blog als geeignet herausstellt, folgt eine ca. 12-seitige Zusammenfassung. Schließlich möchte ich die Arbeit in der hiesigen Uniblbliothek unterbringen, von wo aus man online darauf zugreifen kann. ...nützt ja nix, wenn die *räusper* revolutionären Erkenntnisse im Regal des Uni-Archives verstauben! (c:
Titel der Diplomarbeit: Auswirkungen „flexibler Verbraucher“ auf tagesabhängige Preise von Elektroenergie
Gegenstand der vorliegenden Arbeit mit wirtschaftswissenschaftlichem Fokus sind die Auswirkungen der zusätzlichen Energienachfrage von Elektroautos auf den Strompreis. Dabei wird von der Annahme ausgegangen, dass diese neuen Verbraucher ihre Batterien ausschließlich in „Nebenzeiten“, also in den Tälern der Lastkurve, aufladen würden.
Mit Hilfe unterschiedlicher Rechenwege wurde die zusätzliche Energienachfrage von Elektroautos abgeschätzt, wobei zwischen vier verschiedenen Marktanteilsszenarien (10%, 30%, 50% und 100%) differenziert wurde. Diese Nachfrage wurde zur Lastkurve einer mittleren deutschen Großstadt hinzugefügt, wobei mit Lastdaten der Stadtwerke Chemnitz AG gearbeitet wurde. Im Anschluss erfolgte eine Neukalkulation der Komponenten des Strompreises.
Es konnte gezeigt werden, dass durch die Einführung von Elektroautos die Strompreise je nach Marktanteilsszenario zwischen 3% und 17% sinken könnten, während die Energienachfrage zwischen 2% und 16% steigen würde. Die Nachfrage nach Grundlastenergie steigt dabei um 21% bis 86%, während die Spitzenlastnachfrage deutlich zurückgeht (um 18% bis 90%). In keinem der angenommenen Szenarien übersteigt die zusätzliche Energienachfrage die Lasttäler: Die Lastspitze blieb stets unverändert. Dies lässt darauf schließen, dass selbst eine vollständige Umstellung der Chemnitzer Fahrzeugflotte auf Elektroautos die Spitzenlast nicht ansteigen lassen würde, falls der Verbrauch tatsächlich nur in den Lasttälern anfällt.
Abschließend wurde eine Reihe von weiterführenden Fragen im Hinblick auf die praktische Umsetzung aufgezeigt, die sich im Laufe der Arbeit offenbart hatten. Hierzu gehörten u.a. eine kritische Auseinandersetzung mit der Grundannahme der zeitlichen Optimierbarkeit des Ladeverhaltens von Elektroautobesitzern, volkswirtschaftliche Fragen und Umweltaspekte sowie Herausforderungen beim Aufbau der erforderlichen Infrastruktur.
Status der Diplomarbeit: - Inhaltlich fertig - erste eigene Korrekturlesung abgeschlossen
Ende der Meldung.
HURRA!
...so, das musste mal raus. (c:
Ich habe theoretisch noch bis 29.September Zeit, aber die kommenden zwei Wochen werden wohl trotzdem wenig freie Zeit bringen. Jetzt müssen erstmal meine beiden Korrekturleser-Engel ans Werk, dann muss ich deren Arbeit umsetzen. Montag früh möchte mein betreuender Professor die Arbeit in der Mailbox haben. Dienstag abend sprechen wir dann nochmal kurz darüber. Die restliche Zeit bis Montag, den 29.9. habe ich Zeit, um seine Änderungsvorschläge zu realisieren und die Arbeit drucken zu lassen. Das könnte eng werden, falls der Prof. viele Anregungen hat. Oder aber wenige, die trotzdem viel Arbeit machen...
Aber eigentlich glaube ich nicht, dass ich jetzt noch Zeitdruck bekomme.Wenn man schonmal eine Diplomarbeit geschrieben hat, fällt einem die Zweite deutlich leichter, zumindest was Organisatorisches wie Formsachen und Arbeitseinteilung angeht. Inhaltlich war die Zweite Arbeit meiner Meinung nach anspruchsvoller als die Erste. ...wobei das "unfair" ist, da sich beide Themen nur schwer vergleichen lassen:
Die BWL-Arbeit war eine Markteinschätzung für den Bereich der oberflächennahen Geothermie. Die Schwierigkeiten lagen vor allem darin, dass es kaum verlässliche Daten gab und erstmal eine Methode gefunden werden musste, um überhaupt belastbare Aussagen treffen zu können.
Die VWL-Arbeit hatte Elektroautos, deren Energieverbrauch und den daraus resultierenden Einfluss auf die Strompreise zum Thema. Auch hier musste erst ein Ansatz gefunden werden, wie das Problem anzugehen ist. Aber es gab wenigstens für einige Teile eine solide Datenbasis. Ich musste mir zwar immer noch eine ganze Reihe Daten selbst er-recherchieren, aber Recherchen mag ich, darin bin ich ganz gut.
Außerdem war sowohl die Betreuung durch die Mitarbeiter der Professur für Energie- und Hochspannungstechnik als auch die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Chemnitz und der Netzgesellschaft Chemnitz fantastisch. Selbst Anfragen bei den Chemnitzer Ämtern stießen nur auf wohlwollende und vor allem kompetente Hilfsbereitschaft. Der Unterschied zur Geothermie-Arbeit war riesig: Die hatte ich mehr oder weniger im Alleingang gemacht. Eher mehr als weniger... Aber hier konnte ich jederzeit jemanden vom Lehrstuhl fragen, auch wenn ich das nicht aller paar Tage gemacht habe - ich hätte können.
Ich werde die Arbeit - nicht ganz uneigennützig - nach der Benotung noch ein bisschen detaillierter vorstellen. Vielleicht fühlt sich ja jemand inspiriert, mich nach meinen Bewerbungsunterlagen zu fragen. (c:
...sowas passiert mir öfter mal: Eben erst denke ich an irgendetwas oder lerne etwas Neues kennen - und kurz darauf läuft es mir zum zweiten Mal im Leben über den Weg. Das geht bestimmt nicht nur mir so, das kennt sicher jeder. Keine Ahnung, wie man dieses Phänomen nennt... Dejavu's fühlen sich jedenfalls ähnlich an. (c:
Aktuelles Beispiel: Eben erst schreibe ich darüber, dass man Veränderungen nur dann erreichen kann, wenn man eine bessere Alternative anbietet und nicht dadurch, dass man etwas "bekämpft". Drei Tage später läuft mir das perfekte Beispiel über den Weg, wie man so etwas umsetzen kann!
Worldchanging.com beschäftigt sich mit der Zukunft, unser aller Zukunft - aber ohne dabei den (leider!) üblichen Pessimismus. Im Gegenteil: Die Seite ist optimistisch und zeigt alle möglichen Neuerungen, Erfindungen und Ideen, die unser Morgen besser machen - bzw. es überhaupt erst ermöglichen werden, dass es für uns ein Morgen gibt. Und dabei setzt die Seite genau Buckminster Fuller's Erkenntnis um: „You never change things by fighting the existing reality. To change something, build a new model that makes the existing model obsolete“. Wie? Indem sie ihre Leser anregt, sich eine bessere Zukunft vorzustellen, an ganz konkreten Beispielen: Keine Mülltonnen, Schornsteine mehr, keine Angst vor giftigem Kinderspielzeug, nie mehr Rezession, keine Staus wegen intelligenten Nahverkehrskonzepten, lebendige Stadtviertel, in denen Menschen Vorfahrt haben und nicht Autos, etc. Die Liste ist lang und wird durch ca. 70 Leserkommentare ergänzt. Jeder dieser Punkte illustriert die Auswirkungen einer Idee, die gerade irgendwo umgesetzt wird und die heute noch revolutionär erscheinen mag, aber hoffentlich schon bald zum Alltag gehören wird. Oder mit einem Zitat aus dem Artikel: "The idea is simple: share, in words, images or sounds, your idea for the end of some outdated aspect of contemporary society and its replacement with a better way of doing things. Start with the phrase, "Imagine no..."
Then put a link to your entry (or the text itself) in the comments below."
Hier der Artikel: Lest selbst - und empfehlt die Seite weiter!
Imagine What Comes After Green Meine Hoffnung ist, dass wir rechtzeitig den "Tipping Point" erreichen, an dem Nachhaltigkeit nicht mehr "Anstrengung" bedeutet, sondern zum Selbstläufer wird. Wenn all diese Maßnahmen, die einzeln und isoliert betrachtet nie und nimmer ausreichen, um "die Welt zu retten", zusammenkommen und mehr als die Summe ihrer Teile bilden.