Shoppen für den Weltfrieden
Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe, ist mir noch etwas zum Politikerposting eingefallen: Man kann das Wort "Politiker" durch "Unternehmen" ersetzen, mit nur wenigen Umformulierungen. Auch Unternehmen folgen mit ihren Produkten "der Masse" (der Kunden), auch wenn man einschränken muss, dass sie durch den massiven Einsatz von Marketing und Medien (beides sind selbst Unternehmen, nebenbei...) mehr Möglichkeiten haben, auf die Masse ihrer Kunden zu wirken, als Politiker auf ihre Wähler.
Aber das Prinzip bleibt dasselbe: Unternehmen werden erst dann umweltfreundlich produzieren und nachhaltige Produkte anbieten, wenn sie merken, dass eine genügend große Käufergruppe da ist. Dem könnte man das Henne-Ei-Argument entgegenhalten, dass erst das Produkt existieren muss, um dann das Käuferbegehren auszulösen. Aber letztendlich ist es wohl eher das Marketing, das erst per Marktforschung die Lage sondiert - und wenn man merkt, dass die Interessnlage nicht zum neuen Produkt passt, wird es in den meisten Fällen eben kein Produkt geben. Solange, bis jemand den Verdacht hegt, die Interessenlage könnte sich geändert haben - und einen neuen Marktforschungsauftrag vergibt. Vermute ich jedenfalls.
Um zurück zum Kernthema zu kommen: Aus der Erkenntnis, dass Unternehmen den selben Prinzip wie Politiker unterworfen sind, ergeben sich wichtige Konsequenzen für uns als Verbraucher: Macht und Verantwortung.
Macht, weil wir mit unserem Geldbeutel unmittelbar entscheiden können, in welche Richtung sich Unternehmen entwickeln werden. Natürlich wird der Einzelne Käufer wenig bewegen, aber das ist bei politischen Wahlen ja genauso. Trotzdem trägt jeder von uns diese Verantwortung, weil unsere Kaufentscheidungen der Auslöser einer unüberschaubar langen Kette von Prozessen sind, von der Förderung der Rohstoffe über deren Verarbeitung und Transport, vom Produktdesign über die Herstellung bis zur Entsorgung, mit oder ohne Recycling.
Wer das jetzt als Ansicht eines idealistischen Träumers ansieht, dem sei das folgende Beispiel gewidmet.
Wenn mir heute die Waschmaschine kaputt geht, dann werde ich mir innerhalb recht kurzer Zeit eine neue kaufen (müssen). Wie die meisten Menschen kaufe auch ich mir erst dann eine neue Waschmaschine, wenn es unbedingt sein muss - also habe ich mich bisher nie intensiv mit diesen Geräten auseinandergesetzt und von Tuten und Blasen keine Ahnung.
Ich habe jetzt also eine Kaufentscheidung unter Zeitdruck zu treffen: Entweder ich gehe in einen großen Markt und kaufe mir das aktuelle Schnäppchen - Geiz ist geil - oder ich gehe in ein Fachgeschäft, lasse mich ein oder zwei Stunden beraten und mache meine Absicht bekannt, nicht nur ein wasser- und energiesparendes Gerät haben zu wollen, sondern auch eins, das besonders gut zu recyceln ist und vielleicht sogar ausgewiesenermaßen umweltfreundlich hergestellt wurde. Außerdem soll das Gerät deutlich länger als die heute üblichen 5-8 Jahre halten!
Höchstwahrscheinlich werde ich für ein solches Teil deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen als für das geizgeile Schnäppchen (...ich werde aber zumindest einen Teil über die Sparsamkeit der Maschine über die Lebensdauer wieder hereinbekommen - das vergessen oder unterschätzen die allermeisten!), und ich muss vermutlich damit leben, dass der Händler mich für einen Umweltfanatiker hält. Einer dieser wohlhabenden Ökofreaks, bestenfalls eine Randgruppen-Erscheinung...
Wenn er aber über einen auch nur minimal ausgeprägten Unternehmerverstand verfügt (gehen wir mal davon aus), dann werde ich ihm als Kunde im Gedächtnis bleiben - und so Einfluß auf seinen kleinen Fachhandel haben: Mit ein wenig Glück wird er demnächst eines dieser teuren, aber umweltfreundlichen Geräte ins Schaufenster stellen, auf das Titelbild seiner nächsten kleinen Flyeraktion platzieren oder seine Kunden vermehrt auf die Ökowaschmaschine hinweisen. Gleichzeitig werde ich, der Öko-Kunde, meinen Bekannten von meinem Kauf erzählen und damit hoffentlich den einen oder anderen zu "meinem" Händler lotsen können.
Das Prinzip funktioniert genauso mit Nahrungsmitteln vom Biohof oder aus dem Bioladen. Sogar noch besser, weil man langfristig mehr Geld für Essen & Trinken ausgibt als für Waschmaschinen. Letztendlich kann ich das auf jede Kaufentscheidung anwenden. Natürlich ist nichts von alledem neu. Es gibt Internetseiten und ganze buchregale über das Thema. Aber wenn man sich solche Erkenntnisse "selbst erarbeitet" im Gegensatz zum einfachen "Anlesen", bleibt das Gelernte viel besser hängen.
Aber das Prinzip bleibt dasselbe: Unternehmen werden erst dann umweltfreundlich produzieren und nachhaltige Produkte anbieten, wenn sie merken, dass eine genügend große Käufergruppe da ist. Dem könnte man das Henne-Ei-Argument entgegenhalten, dass erst das Produkt existieren muss, um dann das Käuferbegehren auszulösen. Aber letztendlich ist es wohl eher das Marketing, das erst per Marktforschung die Lage sondiert - und wenn man merkt, dass die Interessnlage nicht zum neuen Produkt passt, wird es in den meisten Fällen eben kein Produkt geben. Solange, bis jemand den Verdacht hegt, die Interessenlage könnte sich geändert haben - und einen neuen Marktforschungsauftrag vergibt. Vermute ich jedenfalls.
Um zurück zum Kernthema zu kommen: Aus der Erkenntnis, dass Unternehmen den selben Prinzip wie Politiker unterworfen sind, ergeben sich wichtige Konsequenzen für uns als Verbraucher: Macht und Verantwortung.
Macht, weil wir mit unserem Geldbeutel unmittelbar entscheiden können, in welche Richtung sich Unternehmen entwickeln werden. Natürlich wird der Einzelne Käufer wenig bewegen, aber das ist bei politischen Wahlen ja genauso. Trotzdem trägt jeder von uns diese Verantwortung, weil unsere Kaufentscheidungen der Auslöser einer unüberschaubar langen Kette von Prozessen sind, von der Förderung der Rohstoffe über deren Verarbeitung und Transport, vom Produktdesign über die Herstellung bis zur Entsorgung, mit oder ohne Recycling.
Wer das jetzt als Ansicht eines idealistischen Träumers ansieht, dem sei das folgende Beispiel gewidmet.
Wenn mir heute die Waschmaschine kaputt geht, dann werde ich mir innerhalb recht kurzer Zeit eine neue kaufen (müssen). Wie die meisten Menschen kaufe auch ich mir erst dann eine neue Waschmaschine, wenn es unbedingt sein muss - also habe ich mich bisher nie intensiv mit diesen Geräten auseinandergesetzt und von Tuten und Blasen keine Ahnung.
Ich habe jetzt also eine Kaufentscheidung unter Zeitdruck zu treffen: Entweder ich gehe in einen großen Markt und kaufe mir das aktuelle Schnäppchen - Geiz ist geil - oder ich gehe in ein Fachgeschäft, lasse mich ein oder zwei Stunden beraten und mache meine Absicht bekannt, nicht nur ein wasser- und energiesparendes Gerät haben zu wollen, sondern auch eins, das besonders gut zu recyceln ist und vielleicht sogar ausgewiesenermaßen umweltfreundlich hergestellt wurde. Außerdem soll das Gerät deutlich länger als die heute üblichen 5-8 Jahre halten!
Höchstwahrscheinlich werde ich für ein solches Teil deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen als für das geizgeile Schnäppchen (...ich werde aber zumindest einen Teil über die Sparsamkeit der Maschine über die Lebensdauer wieder hereinbekommen - das vergessen oder unterschätzen die allermeisten!), und ich muss vermutlich damit leben, dass der Händler mich für einen Umweltfanatiker hält. Einer dieser wohlhabenden Ökofreaks, bestenfalls eine Randgruppen-Erscheinung...
Wenn er aber über einen auch nur minimal ausgeprägten Unternehmerverstand verfügt (gehen wir mal davon aus), dann werde ich ihm als Kunde im Gedächtnis bleiben - und so Einfluß auf seinen kleinen Fachhandel haben: Mit ein wenig Glück wird er demnächst eines dieser teuren, aber umweltfreundlichen Geräte ins Schaufenster stellen, auf das Titelbild seiner nächsten kleinen Flyeraktion platzieren oder seine Kunden vermehrt auf die Ökowaschmaschine hinweisen. Gleichzeitig werde ich, der Öko-Kunde, meinen Bekannten von meinem Kauf erzählen und damit hoffentlich den einen oder anderen zu "meinem" Händler lotsen können.
Das Prinzip funktioniert genauso mit Nahrungsmitteln vom Biohof oder aus dem Bioladen. Sogar noch besser, weil man langfristig mehr Geld für Essen & Trinken ausgibt als für Waschmaschinen. Letztendlich kann ich das auf jede Kaufentscheidung anwenden. Natürlich ist nichts von alledem neu. Es gibt Internetseiten und ganze buchregale über das Thema. Aber wenn man sich solche Erkenntnisse "selbst erarbeitet" im Gegensatz zum einfachen "Anlesen", bleibt das Gelernte viel besser hängen.


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