Warum Politiker immer die Letzten sein werden
Inspiriert von: “If They Give You Lined Paper, Write Sideways”, Seiten 95-97
Warum werden Politiker die Letzten sein, die einen Wandel hin zu Nachhaltigkeit anstreben bzw. folgen werden?
Umformuliert und verallgemeinert: Warum sind Politiker die Letzten, die von Wandel erfasst werden?
Wir sehen Politiker als unsere Führer. Führer sind per definitionem die Ersten einer Gruppe. Aber damit vermittelt uns unser Verständnis von Politikern ein falsches Bild von ihnen. Politiker sind im Allgemeinen die Letzten, die sich einem Wandel anschließen! Wer wartet, dass unsere Politiker uns in eine „bessere Zukunft“ führen (was auch immer mit „besser“ gemeint ist), der wird enttäuscht werden – immer. Wer so argumentiert, verhindert effektiv jede Art Veränderung.
Es liegt in der Natur der Politiker, dass sie Letzten und nie die Ersten in einer Bewegung sind. Das liegt in der Art und Weise begründet, wie sie gewählt werden, das heisst wie sie zu Führern werden. Ein Politiker kann nur dann eine Wahl gewinnen, wenn die Mehrheit der Wähler ihn wählt – mit anderen Worten: wenn die Mehrheit der Gesellschaft seine Einstellung teilt.
Mathematiker werden jetzt entgegne (bzw. ergänzen oder verbessern), dass Politiker dieser Logik nach nicht die Letzten sind, die von einer Bewegung erfasst werden, sondern irgendwo dann auftreten, wenn mehr als die Hälfte der Wähler einer Meinung ist. Das ist natürlich richtig, lenkt aber vom Wesentlichen ab:
Politiker ändern sich erst dann, wenn sie es müssen. Sie müssen also erst dann, wenn die Gesellschaft den Wandel bereits vollzogen hat. Kurz: Politiker führen nicht die Wähler – Wähler führen die Politiker.
Sklaverei wurde (von den Politikern) erst abgeschafft, als es von der Mehrheit der Gesellschaft als falsch angesehen wurde. Naturschutz in seiner heutigen Form wurde erst dann (von Politikern) in Gesetzen verankert, als die Mehrheit der Gesellschaft erkannt hatte, dass er notwendig ist.
Wer sich hundert Jahre vor diesem Wandel für das Ende der Sklaverei einsetzte, konnte nur dann effektiv etwas erreichen, wenn er die vorherrschende Ansicht änderte, die die Gesellschaft um ihn herum über Sklaverei hatte. Hätte er darauf gewartet, dass die Politiker seiner Zeit die Sklaverei verbieten, hätte sich gar nichts geändert.
Dasselbe Prinzip trifft auf jede Art Veränderung zu. Wer etwas verändern will, muss erkennen, dass Politiker keine Führer sind, auf deren Führung wir warten sollen. Politiker vertreten immer die vorherrschende Meinung. Wer etwas verändern will, muss also die vorherrschende Meinung ändern. Jeder wirkliche Veränderer hat demnach die Mehrheit „gegen sich“, bzw. weicht von der Mehrheit ab. Jeder Wandel geht damit von unten aus und kann als „grasroot movement“ bezeichnet werden.
Warum werden Politiker die Letzten sein, die einen Wandel hin zu Nachhaltigkeit anstreben bzw. folgen werden?
Umformuliert und verallgemeinert: Warum sind Politiker die Letzten, die von Wandel erfasst werden?
Wir sehen Politiker als unsere Führer. Führer sind per definitionem die Ersten einer Gruppe. Aber damit vermittelt uns unser Verständnis von Politikern ein falsches Bild von ihnen. Politiker sind im Allgemeinen die Letzten, die sich einem Wandel anschließen! Wer wartet, dass unsere Politiker uns in eine „bessere Zukunft“ führen (was auch immer mit „besser“ gemeint ist), der wird enttäuscht werden – immer. Wer so argumentiert, verhindert effektiv jede Art Veränderung.
Es liegt in der Natur der Politiker, dass sie Letzten und nie die Ersten in einer Bewegung sind. Das liegt in der Art und Weise begründet, wie sie gewählt werden, das heisst wie sie zu Führern werden. Ein Politiker kann nur dann eine Wahl gewinnen, wenn die Mehrheit der Wähler ihn wählt – mit anderen Worten: wenn die Mehrheit der Gesellschaft seine Einstellung teilt.
Mathematiker werden jetzt entgegne (bzw. ergänzen oder verbessern), dass Politiker dieser Logik nach nicht die Letzten sind, die von einer Bewegung erfasst werden, sondern irgendwo dann auftreten, wenn mehr als die Hälfte der Wähler einer Meinung ist. Das ist natürlich richtig, lenkt aber vom Wesentlichen ab:
Politiker ändern sich erst dann, wenn sie es müssen. Sie müssen also erst dann, wenn die Gesellschaft den Wandel bereits vollzogen hat. Kurz: Politiker führen nicht die Wähler – Wähler führen die Politiker.
Sklaverei wurde (von den Politikern) erst abgeschafft, als es von der Mehrheit der Gesellschaft als falsch angesehen wurde. Naturschutz in seiner heutigen Form wurde erst dann (von Politikern) in Gesetzen verankert, als die Mehrheit der Gesellschaft erkannt hatte, dass er notwendig ist.
Wer sich hundert Jahre vor diesem Wandel für das Ende der Sklaverei einsetzte, konnte nur dann effektiv etwas erreichen, wenn er die vorherrschende Ansicht änderte, die die Gesellschaft um ihn herum über Sklaverei hatte. Hätte er darauf gewartet, dass die Politiker seiner Zeit die Sklaverei verbieten, hätte sich gar nichts geändert.
Dasselbe Prinzip trifft auf jede Art Veränderung zu. Wer etwas verändern will, muss erkennen, dass Politiker keine Führer sind, auf deren Führung wir warten sollen. Politiker vertreten immer die vorherrschende Meinung. Wer etwas verändern will, muss also die vorherrschende Meinung ändern. Jeder wirkliche Veränderer hat demnach die Mehrheit „gegen sich“, bzw. weicht von der Mehrheit ab. Jeder Wandel geht damit von unten aus und kann als „grasroot movement“ bezeichnet werden.
Labels: Daniel Quinn, Welt verbessern


1 Comments:
Dass eine umfassende Richtungsänderung (damit meine ich keine Reförmchen, sondern einen nachhaltigen Systemwandel) nie von Politikern ausgehen wird, ist auch deshalb klar, weil das "System" schließlich eine Art Arbeitgeber/Lebensversicherung usw. für sie ist - wes Brot ich ess, des Lied ich sing...
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